Amnesty Tirschenreuth: Afrika - Menschenrechtssituation und Flüchtgründe

Veröffentlicht am 06.01.2016 in Presse

Trotz zahlreicher Weihnachtsfeiern fand eine beachtliche Zahl an Interessenten den Weg zur Veranstaltung der amnesty Kreisgruppe ins Landratsamt. Michael Schultheiß, Afrikaexperte und langjähriger Dozent für politische Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung hielt ein umfassendes Referat zum Thema: „Menschenrechtssituation und Fluchtgründe“, anlässlich des „Internationalen Tages der Menschenrechte“ zu dem amnesty international, jährlich aufruft, um weltweit an die Allgemeine Erklärung durch die UN-Vollversammlung zu erinnern. Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium im Rahmen des Bildungsprogramms „Demokratie leben“ gefördert.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Angela Ziegler, erwartete die Zuhörer eine detaillierte Schilderung der verschiedenen schwarzafrikanischen Staaten, die bemerkenswerte Unterschiede aufweisen, vor allem mit Blick auf ihre Entwicklung zur Demokratie. Drei Kategorien lassen sich deutlich erkennen: Länder, in denen Bürgerkrieg herrscht, Länder, die diktatorisch regiert werden und Länder, die sich auf einem guten Weg zur Stabilisierung, unter demokratischen Einflüssen, befinden. Der Referent bedauerte zutiefst, dass gerade Letztere in Medienberichten kaum vorkämen und damit die beispielgebende Hoffnung Afrikas wenig bekannt sei. Namentlich erwähnte er den Senegal, der eine bemerkenswerte kulturelle Entwicklung vorweisen könne sowie Angola und Namibia mit stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen.

Allerdings befänden sich acht große Staaten seit vielen Jahren im Bürgerkrieg. Menschenrechtsverletzungen und damit zahlreiche Gründe zur Flucht fänden in hohem Maße in Mali, Nigeria, Sudan, Ruanda, Burundi und Eritrea statt. Aber auch in anderen, zum Teil diktatorisch regierten Staaten, im Gebiet der südlichen Sahara, zwingen wirtschaftliche Missstände, Hungersnöte, Armut, mangelnde Infrastrukturen und fehlende soziale Versorgung viele Menschen zur Flucht.

Auf die Frage, wie man dem entgegen wirken kann, gab Schultheiß eine knappe, aber klare Antwort: Mehr reellen Zugang landwirtschaftlicher Produkte der Afrikaner am Weltmarkt. Das würde einen Subventionsstopp für die Landwirtschaft in Europa zur Bedingung haben. Faire Preise für Rohstoffe und eine, auf Bildungsprojekte ausgerichtete Entwicklungshilfe. In diesem Zusammenhang sprach sich Schultheiß gegen Direktzahlungen aus. Erfolgreich seien sinnvolle Bemühungen aber nur da, wo kein Bürgerkrieg herrsche. Für Bürgerkriege wiederum seien ideologische Motive der verschiedenen ethnischen Gruppen häufiger als religiöse die Ursache. Es gehe um Verteilungskämpfe Rohstoff reicher Gebiete, und immer noch um die Altlast willkürlich gezogener Grenzen während der Kolonialzeit. Zum Schluss ließ Schultheiß durchblicken, dass Konflikte zwischen den ethnischen Parteien von den Afrikanern selbst gelöst werden müssen.

Bildtext: Referent Michael Schultheiß war bis 2014 in verschiedenen Schwarzafrikanischen Staaten tätig Im Bild (v. links) Michael Schultheiß, Angela Ziegler, Leiterin der Kreisgruppe von amnesty international und Thomas Döhler von der Initiative „Demokratie leben“

Michael Schultheiß bei seinem Afrikavortrag bei Amnesty Tirschenreuth Gruppe 1342

Bilder und Text: Magdalene Keilhauer

 

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